EMPFEHLUNGEN DES BNG
Therapie der chronischen Hepatitis C

Aktuelle Leitlinien zur Therapie der chronischen Hepatitis C fehlen in Deutschland. Die letzte Leitlinie der DGVS (Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten) zu diesem Thema wurde 2004 veröffentlicht. Deshalb trafen sich Anfang Mai 2007 auf Einladung des bng Experten aus Praxis und Klinik, um die aktuellen Studienergebnisse zu sichten und entsprechende Empfehlungen zu formulieren.

Die Therapie der chronischen Hepatitis C ist in ständiger Weiterentwicklung. Das aktuelle Schlagwort lautet "Individualisierung der Therapie". Mit diesem Konzept sollen gleichzeitig die Therapieergebnisse verbessert, die Nebenwirkungen reduziert und auch unnötige Kosten vermieden werden. Eine erste Leitlinie zu diesem neuen Therapiekonzept wurde kürzlich von einem Expertenteam erarbeitet und liegt nun zusammengefasst in einem Manual vor.

DIE WICHTIGSTEN EMPFEHLUNGEN

Die Therapie der chronischen Hepatitis C sollte möglichst frühzeitig (unter Berücksichtigung von Kontraindikation und Patientenwünschen) erfolgen, unabhängig von der Höhe der Transaminasen und der Histologie. Eine fortgeschrittene Fibrose und Zirrhose führt zu deutlich schlechteren Therapieergebnissen und erfordert eine längere Behandlungsdauer. Auch ein höheres Lebensalter ist eher als ein negativer Prädiktor für den Therapieerfolg anzusehen.



Grafiken S. 18/19 und Titel der Broschüre des bng

Entscheidende Einflussgrößen für den Behandlungserfolg sind neben dem Genotyp das rasche Therapieansprechen (negative HCV-PCR zur Woche 4) und die Höhe der Viruslast (<400.000 IU/ml). Die Bestimmung der HCV-RNA sollte dabei stets mit den sensitivsten Testverfahren (z.B. TaqMan) erfolgen. Bei Patienten mit geringer Viruslast und negativer HCV-PCR kann die Therapiedauer dann bei Genotyp 2 und 3 ggf. auf 16 Wochen und bei Genotyp 1 auf 24 Wochen verkürzt werden. Tritt ein Therapieansprechen erst später ein, sollte die Behandlung standardmäßig erfolgen oder ggf. sogar verlängert werden, um eine möglichst hohe Rate des dauerhaften Ansprechens bzw. der Ausheilung zu erreichen! Das Manual erhält eine präzise "Roadmap" für die Therapieentscheidungen beim einzelnen Patienten.

NEBENWIRKUNGSMANAGEMENT

Wichtig bei der Behandlung der chronischen Hepatitis C sind auch die Nebenwirkungen. Das Manual erhält deshalb auch Vorschläge zur Diagnostik und zum Management von Therapienebenwirkungen. Ferner macht es Vorschläge zum ärztlichen Zusammenwirken der Gastroenterologen mit Suchtmedizinern und Infektiologen (AIDS) und empfiehlt den Aufbau von Netzwerken unter Beteiligung der Hausärzte für ein optimales Screening und Therapiemanagement.

KOSTENLOS BESTELLEN ODER DOWNLOADEN

Das Manual kann man kostenlos bei der Geschäftsstelle des bng, Insel 3, 89231 Neu-Ulm, kontakt@bng-gastro.de bestellen oder von der homepage des bng (www.bng-gastro.de) herunterladen.

Dr. med. Dietrich Hüppe
Hepatologische Schwerpunktpraxis es bng
Wiescherstrasse 20 · 44623 Herne

Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V.

bng Geschäftsstelle
Insel 3 · 89231 Neu-Ulm
Telefon: 0700-26426426
Fax: 0731-7054711
E-Mail: gastromed-bng@t-online.de

www.gastromed-bng.de


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