HCV- Proteasehemmer auch bei Non-Respondern mit Zirrhose wirksam

Boston, 11.11. 2012

Auch bei Zirrhose-Patienten, die auf eine vorherige duale Therapie nicht ansprachen, können von der   Tripletherapie profitieren. Allerdings sind schwere Nebenwirkungen häufiger und die Patienten müssen engmaschig beobachtet werden.

Im Rahmen des französischen Early Access Programms CUPIC (Compassionate Use of Protease Inhibitor in viral C Cirrhosis) konnten Patienten mit HCV-Genotyp 1, die dringend  eine Therapie benötigten, schon vor der Zulassung  der HCV-Proteasehemmer Boceprevir und Telaprevir mit diesesn Substanzen behandelt werden. Insgesamt wurden 674 Zirrhose-Patienten mit Zirrhose in 56 französischen Zentren so behandelt. Die Auswertung, die jetzt vorgestellt wurde, basiert auf den 16-Wochen-Daten von 497 Patienten mit Leberzirrhose und Nonresponse auf eine konventionelle Behandlung.

Zwei Arme

205 Zirrhose-Patienten erhielten eine Boceprevir-basierte und 292 eine Telaprevir-basierte Tripletherapie. Boceprevir wurde nach einer einer vierwöchigen Lead-in-Phase mit 1,5μg/kg/Woche Peginterferon-alpha 2b plus gewichtsadaptiert 800-1.400mg Ribavirin (pegIFN/RBV) 44 Wochen gegeben. Telaprevir entsprechend der Zulassung 12 Wochen lang plus 180μg/kg/Woche Peginterferon-alpha 2a plus gewichtsadaptiert 1.000-1.200mg Ribavirin (pegIFN/RBV), gefolgt von 36 Wochen pegIFN/RBV.

Die Zahl der Patienten mit einer nicht nachweisbaren Viruslast im Boceprevir-Arm stieg kontinuierlich von 2% nach 4 Wochen (Ende der Lead-in-Phase)  auf 58% zu 16  Wochen (d.h. 12 Wochen Tripletherapie; ITT. Mit der Telaprevir-Tripletherapie, die nach 12 Wochen beendet war,  betrug die Rate der Patienten mit nicht nachweisbarer Viruslast 55% nach 4 Wochen und 67% nach 16 Wochen (ITT).

Schwere Nebenwirkungen

Bis Woche 16 wurden unter Boceprevir 32,7% und unter Telaprevir 45,2% schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SAEs) beobachtet. 7,3% bzw. 14,7% beendeten die Therapie wegen eines SAEs und 1 bzw. 5 Patienten starben. Eine Anämie  Schweregrad 2 (HB 8  - ≤ 9 g/dl) entwickelten 23,4% und Grad 3 /4  (<8 g/dl) 4,4% der Boceprevir-Patienten sowie 18,8% bzw. 11,6% der Telaprevir-Patienten. Die Behandlung der Anämie erfolgte mit Erythropoietin (Boceprevir 46,3% % und Telaprevir  53,8%%), Bluttransfusionen (Boceprevir 6,3% % und Telaprevir  16,1%) oder mit einer Ribavirin-Dosisreduktion  (Boceprevir 10,7% und Telaprevir  13,0%%). Eine Neutropenie Schweregrad 4 (< 500/mm3) trat bei 3,4%  bzw. 0,7% der Patienten, eine  Thrombozytopenie  Schweregrad 4 (<2.000/µl)  bei 1,5% bzw.  3,1%  auf. Schwere Infektionen Grad 3/4 hatten 2,4% bzw. 6,5% und eine hepatische Dekompensation Grad 3/4 2,9% bzw. 2,4%.

Risikofaktoren für schwere Komplikationen (Tod, schwere Infektionen und hepatische Dekompensation) waren eine Thrombozytenzahl von ≤100.000/mm3 und eine Serum-Albumin-Konzentration von <35g/l zu Studienbeginn.  Prädiktoren für eine schwere Anämie (Hb < 8g/dl oder Bluttransfusion) waren weibliches Geschlecht, Alter über 65 Jahre, keine Lead-in-Phase und ein Hämoglobin-Wert von ≤ 12 g/dl bei Frauen und ≤ 13 g/dl bei Männern.



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