Gemeinsam Hepatitis C bekämpfen: die PLUS-Initiative

28. April 2021

Hepatitis C ist meist einfach und schnell heilbar. Dennoch gibt es eine hohe Dunkelziffer infizierter Personen, die einen erschwerten Zugang zu Diagnostik und Therapie haben. Gemeinsam Lösungen für diese Herausforderungen entwickeln – dafür setzen sich die regionalen PLUS-Projekte ein.

Der Caritasverband Stuttgart e. V., die Deutsche Leberhilfe e. V. und AbbVie haben 2014 gemeinsam die PLUS-Gesundheitsinitiative Hepatitis C ins Leben gerufen. Das Ziel vor Augen: mit PLUS gesundheitliche Chancenungleichheiten abbauen. Im Fokus stehen Patientengruppen mit erhöhter Hepatitis-C-Prävalenz, z. B. Drogengebrauchende, Inhaftierte und Menschen mit Migrationshintergrund aus Ländern mit erhöhter Hepatitis-C-Prävalenz. PLUS zielt darauf ab, die regionale Gesundheitsversorgung dieser Gruppen nachhaltig und strukturell zu verbessern. Dabei gilt es, die Lebensumstände von Betroffenen umfassend zu berücksichtigen. Wie die sozialwissenschaftliche Evaluation des Stuttgarter Pilotprojekts zeigt, liegt in diesem Ansatz der Schlüssel zum Erfolg.

Die PLUS-Projekte fördern den gegenseitigen Dialog und die Vernetzung der Akteure vor Ort. Die Projektbeteiligten gestalten Maßnahmen, die auf den individuellen Bedarf der Patientengruppen zugeschnitten sind, zum Beispiel niedrigschwellige Tests und Versorgungsangebote, Kompetenztrainings und Informationsveranstaltungen rund um das Thema Hepatitis C. Damit entsteht ein regionales Versorgungsnetzwerk, das ein abgestimmtes Konzept für eine bessere Gesundheitsversorgung bietet.

Mittlerweile setzen sich regionale Akteure in neun PLUS-Städten für die Bekämpfung von Hepatitis C ein. Weitere Städte bzw. Regionen sind im Aufbau oder in Planung.

Risikogruppen im Fokus: Versorgungshürden erkennen und abbauen

Leitender Künstler und Klient bei der gemeinsamen Arbeit in der Druckwerkstatt - Impressionen aus der PLUS-Stadt Stuttgart

Leitender Künstler und Klient bei der gemeinsamen Arbeit in der Druckwerkstatt - Impressionen aus der PLUS-Stadt Stuttgart

Auch wenn Hepatitis C bei nahezu allen Patient*innen heilbar ist, kann der Zugang zu Diagnose und Therapie gerade bei vulnerablen Risikogruppen erschwert sein. Je nach Zielgruppe fallen die Versorgungshürden unterschiedlich aus. Um Barrieren in der Versorgung abzubauen, müssen Lösungsansätze an die Lebensrealitäten von Betroffenen angepasst sein.

Für Drogengebrauchende beispielsweise ist es oft herausfordernd, psychische, soziale und gesundheitliche Bedürfnisse in Einklang zu bringen. Daher braucht es niedrigschwellige Angebote, die all dies berücksichtigen. Genau hier setzen die PLUS-Initiativen an: Tagesstrukturprojekte in der Suchthilfe stabilisieren Betroffene und tragen dazu bei, das Thema „Gesundheit“ zu priorisieren. Die Zusammenarbeit zwischen regionaler Suchthilfe und Ärzt*innen ermöglicht Betroffenen, einen zeitnahen Termin zu vereinbaren. Auf diese Weise bleibt die Motivation, den eigenen gesundheitlichen Bedürfnissen nachzukommen, erhalten.

In Mainz arbeiten nach diesem Prinzip die Leber-, Zirrhose- und Infektionsambulanz der Universitätsmedizin Mainz und die regionale Substitutionsambulanz. Stellt die Substitutionsambulanz bei ihren Suchtpatient*innen eine Hepatitis C fest, kündigt sie die Patient*innen telefonisch bei der Universitätsmedizin an. Im Rahmen einer dafür eingerichteten Sprechstunde erhalten die Patient*innen zeitnah einen Termin und starten unmittelbar mit einer Hepatitis-C-Therapie. Die Substitutionsambulanz versorgt die Betroffenen weiter. Die bisherige Erfahrung aus diesem Projekt zeigt eine Therapietreue von 100 %.

Das bundesweite PLUS-Forum:
Voneinander lernen – Lösungen entwickeln – Netzwerken

Grafische Darstellung der Zusammenarbeit zwischen Hepatitis-C-Behandler und Suchtmediziner

Grafische Darstellung der Zusammenarbeit zwischen Hepatitis-C-Behandler und Suchtmediziner

Seit 2018 lädt AbbVie jährlich Expert*innen aus den Bereichen Suchthilfe, Politik und Versorgung zum bundesweiten PLUS-Forum ein. Für die Teilnehmenden aus ganz Deutschland bietet das PLUS-Forum eine Plattform der Vernetzung und des Austauschs. In innovativen Formaten diskutieren sie Impulse zu niedrigschwelligen Angeboten und aktuelle Entwicklungen im Bereich Hepatitis C. Ein solches Format ist die sogenannte interaktive PLUS-Arena: über TED-Abstimmung bewerten die Teilnehmenden bisherige Ansätze zur Versorgungsverbesserung, z. B. inwiefern eine nationale Hepatitis-C-Teststrategie auch vulnerable Risikogruppen erreicht. Die PLUS-Partner*innen teilen zudem Best Practice-Beispiele aus ihren Regionen und entwickeln mit den Teilnehmenden neue Ansätze für Betroffene mit Hepatitis C. Damit ermöglicht das bundesweite PLUS-Forum nicht nur Vernetzung zwischen Expert*innen sowie das Knüpfen neuer Kontakte, sondern auch den Aufbau von Synergien für eine Elimination von Hepatitis C bis zum Jahr 2030.


Sie möchten mehr zur PLUS-Initiative erfahren oder sich aktiv beteiligen?
Besuchen Sie die Projekt-Webseite: www.HCVVersorgungPLUS.de


Mit freundlicher Unterstützung der AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG




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