InfeCtion.Sucht.Versorgung: Aktionsbündnis von AbbVie und Sanofi für bessere Versorgung von Suchterkrankten in Deutschland

15. November 2019

Die beiden Unternehmen, das globale forschende BioPharma-Unternehmen AbbVie und das weltweit forschende Pharmaunternehmen Sanofi, gaben im Juli 2019 bekannt, dass sie sich ab sofort gemeinsam für eine bessere Versorgung von Suchterkrankten in Deutschland engagieren. Im Rahmen des neuen Aktionsbündnisses „InfeCtion.Sucht.Versorgung“ vereinen die Unternehmen ihre jeweilige Expertise bei der Infektionskrankheit Hepatitis C und in der Suchttherapie sowie ihre langjährige Erfahrung als Partner in Projekten zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung. AbbVie Deutschland und Sanofi wollen mehr Aufmerksamkeit für Sucht als schwere chronische Erkrankung generieren und ein Zeichen gegen die Stigmatisierung der Betroffenen setzen. Im ersten Schritt schaffen die Partner eine Plattform für verschiedene Akteure im Gesundheitssystem, um gemeinsam die Versorgung von Suchterkrankten zu verbessern.

Suchterkrankungen: Stigma und Barrieren in der Gesundheitsversorgung

Suchterkrankungen können gravierende körperliche, psychische und soziale Auswirkungen auf die Betroffenen und deren Angehörigen haben.[1] „Suchterkrankte stehen im Leben vor vielen Herausforderungen. In der Gesellschaft gilt ihre schwere chronische Erkrankung als selbstverschuldetes Übel oder als Charakterschwäche“, sagt Stephan Walcher, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin. Neben dem gesellschaftlichen Stigma sind Betroffene aber auch mit erheblichen Barrieren in der Gesundheitsversorgung konfrontiert, insbesondere bei Opioidabhängigen tun sich oftmals große Versorgungslücken auf. Viele Substitutionsmediziner stehen aus Altersgründen vor der Praxisaufgabe, von den rund 166.000 Opioidabhängigen in Deutschland [2] ist weniger als die Hälfte (rund 79.000) in Substitutionsbehandlung.[3] Für die Betroffenen senkt die Substitutionsbehandlung nicht nur die Mortalität, sie beeinflusst zudem die psychosoziale Lage positiv.[1] „Für Menschen mit Drogengebrauch ist die Opioidsubstitution in der Regel ein wichtiger Schritt zurück in ein geordnetes Leben“, so Walcher. „Wenn sie sich dann auch wieder auf ihre Gesundheit fokussieren und weitere Erkrankungen, zum Beispiel Hepatitis C, loswerden, lassen sie die Vergangenheit schneller hinter sich. Das motiviert enorm.“

Begleitende Erkrankungen behandeln, Hepatitis C eliminieren

Die Opioidsubstitution gilt als gute Voraussetzung für die Behandlung von weiteren Erkrankungen, von denen Suchtkranke oftmals betroffen sind, wie etwa Hepatitis C. [4] Unbehandelt kann eine chronische Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) zu schweren Leberschäden bis hin zum Tod führen.[4] Opioidabhängige Menschen machen die größte Risikogruppe aus, denn intravenöser Drogenkonsum ist heute der häufigste genannte Übertragungsweg der Hepatitis C.[5] Diese soll bis 2030 der Vergangenheit angehören. Hepatitis C ist heute bei nahezu allen Patienten in kurzer Zeit heilbar, daher haben die Weltgesundheitsorganisation und die Bundesregierung das Ziel gesetzt, die Erkrankung bis 2030 zu eliminieren.[6,7] „Das Eliminationsziel kann nur erreicht werden, wenn wir mehr Patienten aus den Hauptrisikogruppen diagnostizieren und einer Behandlung zuführen“, erläutert Dr. med. Stefan Christensen, Münster. „Durch die Behandlung von intravenös Drogenkonsumierenden oder Opiatabhängigen in Substitutionstherapie kann die Übertragungskette unterbrochen und die Prävalenz gesenkt werden – ein entscheidender Schritt zur Elimination.“

Akteure vernetzen und Expertisen bündeln

Auftakt des Aktionsbündnisses „InfeCtion.Sucht.Versorgung“ war ein gemeinsamer Auftritt auf dem 20. Interdisziplinären Kongress für Suchtmedizin in München im Juli 2019, in dessen Rahmen die komplexen Herausforderungen bei der Gesundheitsversorgung von Suchterkrankten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. „Mit dem Aktionsbündnis „InfeCtion.Sucht.Versorgung“ möchten wir neben innovativen Therapien einen weiteren Beitrag dazu leisten, Hepatitis C in Deutschland zu eliminieren“, sagt Dr. Patrick Horber, Geschäftsführer bei AbbVie Deutschland. Um einen echten Unterschied in der Gesundheitsversorgung zu erreichen, brauche es vielfältige Expertisen. „Gemeinsam wollen wir die unterschiedlichen Akteure vernetzen, die es braucht, um Suchterkrankte in Zukunft besser zu versorgen“, sagt Dr. Fabrizio Guidi, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Sanofi. In Zusammenarbeit mit externen Experten wollen die Partner zunächst ihr Wissen bündeln, um so die Komplexität der Fragestellungen zu verringern und an konkreten Lösungsvorschlägen zu arbeiten. Dazu gehören zunächst gemeinsame Auftritte auf Veranstaltungen sowie ein Mentorenprogramm.

Quellen:

  1. Wittchen HU, Bühringer G, Rehm J. Predictors, Moderators, and Outcome of Substitution Treatments – Effekte der langfristgen Substitution Opioid-abhängiger Prädiktoren, Moderatoren und Outcome 2011; Schlussbericht na das Bundesministerium für Gesundheit

  2. Kraus L, Seitz NN, Schulte B et al. Estimation of the number of people with opioid addiction in Germany. Dtsch Arztebl Int 2019; 116:137-43. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0137

  3. Bundesopiumstelle: Bericht zum Subsitutionsregister, Janaur 2019

  4. Sarrazin C et al., Z Gastroenterol 2018, 56: 756–838.

  5. Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin Nr. 29, 19. Juli 2018

  6. WHO: Combating hepatitis B and C to reach elimination by 2030; https://www.who.int/hepatitis/publications/hep-elimination-by-2030-brief/en/; last accessed in July 2019

  7. Bundesministerium für Gesundheit: BIS 2030; https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/hiv-hepatitis-und-sti/bis-2030.html; last accessed in July 2019


Mit freundlicher Unterstützung von AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG und Sanofi-Aventis Deutschland GmbH

Meldungen

  • Hepatitis C

    28. September 2020: EASL-Leitlinie zu seltenen Genotypen weiter

  • COVID-19

    25. September 2020: Impfstoffstudie ENSEMBLE gestartet weiter

  • Hepatitis C

    21. September 2020: Neue EASL-Leitlinie empfiehlt Therapie für alle. weiter

  • PrEP

    21. September 2020: HIV-Infektion unter PrEP weiter

  • Hepatitis D

    03. September 2020: Hepcludex® verfügbar weiter

  • Grippe-Impfung

    31. August 2020: Nicht zu früh impfen! Optimal sind Oktober bis November. weiter

  • Hepatitis C

    28. August 2020: Bei Analverkehr auch ohne Blut übertragbar. weiter

  • Deutsche Leberstiftung zum Welt-Hepatitis-Tag

    27. Juli 2020: Früherkennung ist bei Virushepatitis wichtig weiter

  • Hepatitis D

    22. Juli 2020: Härtefallprogramm für Myrcludex B weiter

  • Hepatitis D

    27. Juni 2020: CHMP Empfehlung für Myrcludex (Hepacludex®) weiter

  • Veklury® (Remdesivir)

    27. Juni 2020: Positive CHMP-Empfehlung weiter

  • Klopapier und COVID-19

    19. Juni 2020: Wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Klopapier-Hamstern. weiter

  • Hepatitis C

    16. Juni 2020: NS5A-Inhibitoren bei seltenen Genotypen weiter

  • COVID-19

    16. Juni 2020: Schlechte Prognose bei Leberzirrhose weiter

  • Corona

    16. Juni 2020: Deutsche Tracing-App veröffentlicht weiter

  • Akute Hepatitis C

    31. Mai 2020: AASLD-Leitlinien empfehlen sofortige Behandlung nach Diagnose weiter

  • Hepatitis C

    31. Mai 2020: Gewichtzunahme häufig nach Heilung weiter

  • Zoster

    13. Mai 2020: Cave Brivudin und Fluoropyrimidine weiter

  • Hepatitis C

    13. Mai 2020: Anstieg der Neuinfektionen in den USA weiter

  • COVID-19

    03. Mai 2020: Ausnahmegenehmigung für Remdesivir in den USA weiter

    • Ältere Meldungen weiter

      Diese Webseite bietet Informationen rund um das Thema Lebererkrankungen. Der Schwerpunkt liegt auf den viralen Hepatitiden Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D und Hepatitis E, Fettleber und Leberkrebs. Es werden Krankheitsbild, Diagnostik und Therapie behandelt. Insbesondere bei der Behandlung der Hepatitis B und Hepatitis C hat sich viel geändert. Hier finden eine Übersicht zu den verfügbaren Medikamenten gegen Hepatitis B und C, Studiendaten, Fachinformation und aktuelle Preise. Die aktuellen Informationen aus Medizin und Industrie richten sich an Betroffene und Ärzte.